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Lingener Tagespost, 24.02.2016:

Gute Gründe für Paul-Gerhardt-Schule in Lingen

Lingen. Der Bestand der Paul-Gerhardt-Grundschule in Lingen ist auch in der Zukunft gesichert. Dies haben Schuldezernent Stefan Altmeppen und Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann am Dienstag in einem Pressegespräch in der Schule am Konrad-Adenauer-Ring unterstrichen.   

An dem Gespräch nahm außerdem die kommissarische Leiterin der Schule, Beate Rolfs, teil. Die Pädagogin unterrichtet seit 2009 in der Grundschule, die sich über viele Jahre hinweg mit der Castellschule den Gebäudekomplex teilte. Letztere befindet sich nun in der Thüringer Straße.   

Die Castellschule ist ebenso wie die Wilhelm Berning-Grundschule in der Nähe der Maria Königin-Kirche eine katholische Bekenntnisschule in Trägerschaft der Stadt Lingen. Die Paul-Gerhardt-Schule ist eine Grundschule für Kinder aller Bekenntnisse. Die Schulbezirke der Schulen für katholische Bekenntnisse umfassen jeweils das nördliche und das südliche Stadtgebiet. Der Bezirk der Paul-Gerhard-Schule umfasst einen großen Teil der Innenstadt. Diese Grundschule ist die einzige in Lingen, die bei den Anmeldungen je nach Elternwillen an beide Bekenntnisschulen Kinder „abgibt“.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Schülerzahlen steigen  

Aus dem unterschiedlichen Anmeldeverhalten der Eltern entwickelt sich laut aktueller Schulstatistik aber kein Problem für die Paul-Gerhardt-Schule. Deren Schülerzahlen werden von aktuell 71 auf 113 im Jahr 2021/22 ansteigen. Sollmann und Altmeppen verwiesen darauf, dass bei einem Anmeldejahrgang im Durchschnitt etwas weniger als die Hälfte der Schüler an der Paul-Gerhardt-Schule angemeldet würden. Die übrigen verteilten sich auf die beiden Bekenntnisschulen. Deren Klassen seien jeweils zweizügig, räumlich seien auch nicht mehr als acht Klassen möglich. Was die künftigen Anmeldungen für die Paul-Gerhardt-Schule anbelange, werde diese auch von dem neuen Baugebiet im Emsauenpark in Reuschberge profitieren, sagte Sollmann.  

Infoabend für die Eltern  

Die Vertreter der Stadt und Schulleiterin Rolfs hatten am 11. Februar gemeinsam mit der Schulbehörde zu einer Informationsveranstaltung für Eltern im Einzugsbereich der Schule eingeladen und den Standort vorgestellt. Dabei ging es nicht nur um die räumlichen Möglichkeiten, sondern auch um die umfassende pädagogische Arbeit, die in der Schule geleistet wird. „Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Lehrkräften“, sagte Rolfs. „Neue Besen kehren gut, die alten gehen aber auch in die Ecken“, meinte die 54-Jährige.  

Herausforderung und Chance  

Die Offene Ganztagsgrundschule mit Schulkindergarten wird, wie die anderen Grundschulen in Lingen, auch von Kindern mit Migrationshintergrund besucht. Sie stellen den Worten von Rolfs zufolge eine besondere Herausforderung dar, aber auch eine große Chance. Es sei beeindruckend, wie schnell Erstklässler unter den Flüchtlingskindern, die vorher eine Zeit lang im Kindergarten gewesen seien, die deutsche Sprache beherrschten.  

Wie gut die Jungen und Mädchen, egal wo sie herkommen, miteinander auskommen, war in der Großen Pause zu beobachten. Da blieb niemand in der Ecke stehen, egal welche Hautfarbe er oder sie hatte.  

 

 - Der Kommentar -

Von Thomas Pertz

Lingen. „Paul Gerhardt - wer?" Dass der Lieddichter aus dem 17. Jahrhundert und Namensgeber der Grundschule in der Lingener Innenstadt nicht jedem sofort geläufig ist,  wird diese verschmerzen können. Nicht aber, dass sie in der Wahrnehmung durch viele Eltern eher als Randerscheinung in der Lingener Bildungslandschaft wahrgenommen wird, meint Kommentator Thomas Pertz.

Dabei gibt es viele gute Gründe für Väter und Mütter, sich für diesen Standort zu entscheiden: die zentrale Lage, die Nähe zum Kinder- und Jugendzentrum "Alter Schlachthof", die Zusammenarbeit mit der Mosaik-Schule des Christophorus-Werkes, die ein Stück gelebte Inklusion ist. Sie hat außerdem ausreichend Platz, während in anderen Grundschulgebäuden zusammengerückt werden muss.

Die Paul-Gerhardt-Schule bietet allerdings auch Multi-Kulti. Ob hier der Grund für das Imageproblem liegt und die verstärkten Anmeldungen für die katholischen Schulen dem Wunsch von Eltern entsprechen, dass ihre Kinder mehr „unter sich" sein sollen? Auch das ist Spekulation. Sicher ist: Alle Grundschulen in Lingen werden in Zukunft mehr Jungen und Mädchen mit einem Migrationshintergrund aufnehmen müssen, um eine gleichmäßige Verteilung zu erreichen. Je eher sich eine Schule darauf vorbereitet, umso mehr Werbung kann sie für sich machen.